Dawamesk

Le Club des Hachichins

Durch den von dem Arzt Jacques-Joseph Moreau gegründeten Pariser Club des Hachichins erlangte Dawamesk zumindest literarische Berühmtheit, denn dem „Haschisch-Klub“ gehörten unter anderem die Schriftsteller Charles Baudelaire, Alexandre Dumas, Gérard de Nerval und Théophile Gautier an. In seinem reißerisch abgefassten Essay Le Club des Hachichins schilderte Théophile Gautier den Ablauf eines Abends mit Dawamesk:

Einer Kristallvase entnahm er eine Paste oder grünliche Marmelade und tat jeweils einen daumengroßen Klecks neben den Löffel auf jede Untertasse.“ Die würzige Süßigkeit kontrastierte man dann im Anschluss mit einer Bitternote: „Nachdem jeder sein Quentchen gegessen hatte, servierte man uns Kaffee auf arabische Art, d.h. mit Satz und ohne Zucker.

In einer „Parenthese“ führte Gautier weiter aus: „Die grüne Paste des Doktors war eben die gleiche, die der Alte vom Berge seinen fanatischen Anhängern verabfolgte, ohne dass sie dessen gewahr wurden.

Der ebenfalls teilnehmende Dichter Charles Baudelaire beschrieb die Zusammensetzung der Rauschpaste in seinem „Gedicht vom Haschisch“: „Der Fettextrakt des Haschisch, wie ihn die Araber bereiten, entsteht, indem man die Spitzen der frischen Blätter in Butter mit ein wenig Wasser kochen lässt (…) wegen seines üblen Geruchs, der mit der Zeit zunimmt, verarbeiten die Araber den Fettextrakt in Konfitüren. Die gebräuchlichste Art dieser Konfitüren, das Davamesk, ist eine Mischung aus Extrakt, Zucker und verschiedenen Gewürzen, wie Vanille, Zimt, Pistazie und Muskat.

Nerval verarbeitete die kollektive Rauscherfahrung in seiner Geschichte vom Kalif Hakem: „Der Fremde streckte die Hand aus, ergriff die Tasse und begann langsam von der grünen Paste zu kosten. ‚Nun, Gefährte‘, sagte Jussuf, als er diese Unterbrechung im Rausch des Unbekannten gewahrte, ‚was hältst du von dieser ehrenwerten Pistazienkonfitüre? Verdammst du noch immer diese guten Leute hier, die friedlich in einem Raum zusammenkommen, um auf ihre Weise glücklich zu sein?‘“

Auch der Schriftsteller Honoré de Balzac besuchte den Klub der Haschischesser, jedoch lediglich als stiller Beobachter. Dazu Baudelaire: „Man bot ihm Davamesk an: er betrachtete es, roch daran und gab es zurück, ohne es anzurühren.

Literatur

Primärliteratur
  • Théophile Gautier: Le Club des Hachichins, Paris 1846. Klub der Haschischesser. Reprint in: Wiener Zeitschrift für Suchtforschung, 2/3, 2004.
  • Charles Baudelaire: La poème du hachich, Paris 1860. Die künstlichen Paradiese / Die Dichtung vom Haschisch, Zürich 2000, ISBN 3-7175-4002-5.
Sekundärliteratur
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