Vaporizer

Anwendungen und Typen

Japanischer Vaporizer von Datex-Ohmeda
Nachfüllen eines flüssigen Narkosegases in den Verdampfer eines Narkosegeräts

Neben der Nutzung im Freizeitbereich finden Vaporizer Anwendung in der Medizin, wo sie zur inhalativen Applikationsform von Wirkstoffen eingesetzt werden. Bei Narkosegeräten ist ein Vaporizer zwischengeschaltet, um flüchtige Anästhetika kontrolliert der Atemluft beizumischen. Vaporizer eignen sich auch zum Konsum von Tabak oder von pharmazeutischen Drogen, insbesondere Cannabis, aber auch Pfefferminze oder Salvia divinorum.

Es gibt verschiedene Modelle von Vaporizern, die sich besonders in der Methode zur Zuführung der Verdampfungswärme unterscheiden:

  • Verdampfen ohne Erwärmung durch Vermischen eines Luftstroms mit der gesättigten Luft im Vaporizer. Dabei wird die Konzentration gesteuert über eine Aufteilung des Frischgas-Flusses in einen Dosierzweig und einen Bypasszweig. Für unterschiedliche Umgebungstemperaturen ist eine Temperaturkompensation notwendig.
  • Erwärmung der Flüssigkeit auf eine bestimmte Temperatur (wie etwa bei dem Narkosegas Desfluran)
  • Erwärmung der zugeführten Luft.

Zur Anwendung von volatilen Narkosegasen auf einer Intensivstation existieren Geräte, welche an ein normales Intensivbeatmungsgerät (welche keinen Vaporanschluss besitzen) angeschlossen werden und das Narkosegas verdampfen. So wird zum Beispiel bei dem Produkt AnaConDa (Anaesthetic Conserving Device) das noch flüssige Narkosegas über eine normale Spritzenpumpe in einen Verdampfer gepumpt, der in den Beatmungsschlauch eingesteckt wird. Dabei wird durch eine Filtermembran das wieder ausgeatmete Gas zurückgewonnen, um den Gasverbrauch zu reduzieren.

Bei einer Wärmezufuhr kann die Temperatur über einen Regler, entsprechend der Verdampfungstemperatur der zu verdampfenden Substanz, konstant gehalten werden. Je nach Anwendungsgebiet sind einige Modelle medizinisch geprüft und verschreibungsfähig und zum Teil im medizinischen Fachhandel erhältlich. Darüber hinaus bieten Headshops Vaporizer für die Verwendung von Cannabis an.

Neben den erwähnten Narkosegeräten wird ein Vaporizer dazu verwendet, Wirkstoffe und Aromen aus Pflanzenmaterial zu gewinnen, um diese zu inhalieren. Je nach Pflanze sind dabei unterschiedliche Temperaturen notwendig.

Übersicht über empfohlene Temperatureinstellungen
Pflanze Pflanzenteil Temperatur
Afrikanisches Löwenohr (Leonotis leonurus, „Wild Dagga“) Blüten 175 °C
Ayahuasca, Yajé (Banisteriopsis caapi) Stängel 190 °C
Baldrian (Valeriana officinalis) Wurzel 190 °C
Blauer Lotus (Nymphaea caerulea) Blüten 125 °C
Cannabis (Cannabis sativa) Blüten 185 °C
Damiana (Turnera diffusa) Kraut 175 °C
Eukalyptus (Eucalyptus globulus) Blätter 130 °C
Fliegenpilz (Amanita muscaria) Fruchtkörper 175 °C
Hopfen (Humulus lupulus) Zapfen 154 °C
Isländisches Moos (Cetraria islandica) Kraut 190 °C
Johanniskraut (Hypericum perforatum) Kraut 180 °C
Kamille (Chamomilla recutita) Blüten 190 °C
Kratom (Mitragyna speciosa) Blätter 190 °C
Lavendel (Lavandula angustifolia) Blätter 130 °C
Passionsblume (Passiflora incarnata) Kraut 150 °C
Pfefferminze (Mentha × piperita) Blätter 130 °C
Salbei (Salvia officinalis) Blätter 190 °C
Schafgarbe (Achillea spp.) Kraut 150 °C
Sinicuichi (Heimia salicifolia) Blätter 190 °C
Steppenraute (Peganum harmala) Samen 150 °C
Thymian (Thymus vulgaris) Kraut 190 °C
Wahrsagesalbei (Salvia divinorum) Blätter 235 °C
Yohimbe (Pausinystalia yohimbe) Rinde 190 °C
Zitronenmelisse (Melissa officinalis) Blätter 142 °C

E-Zigaretten-Vaporizer

Verschiedene E-Zigaretten & E-Liquids

Eine elektrische Zigarette ist ein durch Akkus betriebener Vaporisator, welcher das Rauchen von Zigaretten imitieren soll, ohne dabei Tabak zu verbrennen. Die Nutzung wird umgangssprachlich „vaping“ oder „vapen“ genannt. Der Nutzer aktiviert die E-Zigarette mit dem Drücken eines Knopfes oder lediglich mit dem Ziehen an dem Mundstück. Die Vaporisatoren sind oft in zylindrischer Form, jedoch sind auch viele andere Variationen auf dem Markt – einige sind eine direkte Nachbildung einer handelsüblichen Zigarette oder dieser nachempfunden. Anstatt des Zigarettenrauchs, inhaliert der Konsument ein Aerosol. E-Zigaretten haben typischerweise ein Erwärmungselement, welches flüssige Lösungen, welche auch als „E-Liquid“ bezeichnet werden, atomisiert. E-Liquids beinhalten in der Regel Propylenglycol, Glycerin, Wasser, Nicotin und Aromen. Jedoch werden die Bestandteile der Liquids auch einzeln verkauft, sodass der Konsument sich seine E-Liquids auch selbstständig mischen kann.

Die Vorteile und Gesundheitsrisiken von E-Zigaretten sind nicht klar bestimmbar. Es gibt Nachweise, dass die Vaporisatoren vielen Menschen beim Aufhören des Zigarettenrauchens geholfen haben, jedoch wurde bisher keine verbesserte Erfolgsrate als bei regulierter Medikation festgestellt. Die Risiken können mit denen von rauchlosem Tabakkonsum verglichen werden. Laut der FDA ist der Einsatz von Nicotin ersetzenden Produkten von geringerem Risiko als das Rauchen einer E-Zigarette, jedoch stelle der Gebrauch von E-Zigaretten nach wie vor die weniger schädliche Alternative zum Rauchen dar. Ausschlaggebend für die Konzentration der Giftstoffe in der E-Zigarette sind die thermische Zersetzung der Inhaltsstoffe und die steigenden Anwendungstemperaturen innerhalb offener Systeme. In dem Aerosol einiger Produkte wurden Metalle wie Blei, Nickel oder Formaldehyd in größeren oder vergleichbaren Mengen wie in herkömmlichen Zigaretten nachgewiesen.

Forschung

Das Interesse an der medizinischen Nutzung eines Vaporizers zur Verdampfung von Cannabis spiegelt sich in einer Anzahl Studien wider, die in den letzten Jahren veröffentlicht wurden. Federführend sind Studien aus den USA mit der zuletzt von D. Abrams veröffentlichten Studie im Jahre 2007. Weitere Studien wurden von der Universität Leiden, Niederlande, veröffentlicht. Die Studien kommen zu dem Schluss, dass die Verabreichung von verdampften Cannabiswirkstoffen eine medizinisch sinnvolle Applikationsform darstellt, da Verdampfung im günstigsten Fall keine Verbrennungsprodukte erzeugt. So auch die im Mai 2008 im Journal of Psychopharmacology veröffentlichte Studie von Lineke Zuurman, die zu dem Schluss gelangt, dass das Verdampfen mit dem Vaporizer eine sinnvolle Methode zur Verabreichung von THC ist.

Literatur

  • Bert Marco Schuldes, Richi Moscher: Phyto-Inhalation Heilkräuter & Vaporizer. Grüne Kraft Verlag, Lörbach, ISBN 3-922708-36-6.
  • C. Lanz, J. Mattsson, U. Soydaner, R. Brenneisen: Medicinal Cannabis: In Vitro Validation of Vaporizers for the Smoke-Free Inhalation of Cannabis. In: PloS one. Band 11, Nummer 1, 2016, S. e0147286, doi:10.1371/journal.pone.0147286, PMID 26784441.

Weblinks

Commons: Vaporizers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: vaporisieren – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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